HOLZFALTATELIER GMÜND | AiR

 

 

 

Mit dem neuen Holzfaltatelier Gmünd, einem im Vorjahr mit großzügiger Unterstützung der Firma Hasslacher Norica Timber in Leichtbauweise errichteten Holzatelier für Bildhauerinnen und Bildhauer, ist ein langersehnter Wunsch des verstorbenen Gründungsvaters der Kulturinitiative, Heinz Miklautz, in die Realität umgesetzt worden. Das architektonisch eindrucksvolle Atelier vor den Toren des Maltators und der Gmünder Altstadt ist zugleich Ausstellungs- und Arbeitsort für Bildhauer und Designer. Hier darf gehobelt, gesägt, gelärmt und gestaubt werden. 2018 als Gastkünstler in das neue Holzfaltatelier Gmünd eingeladen sind GIORGIO BENEDETTI (I), friulanischer Holzbildhauer mit zahlreichen Verbindungen nach Kärnten, der hier für sechs Wochen sein Atelier aufschlagen wird, sowie MICHAEL PUNZ (A), frisch gebackener Absolvent der Meisterklasse für Bildhauerei in Hallstatt, der von Anfang Juli bis September das neue Gastatelier für seine künstlerische Arbeit mit Holz nutzen wird.




 

GIORGIO BENEDETTI

Bildhauer, Italien | Artist in Residence von Anfang von Mitte Mai bis Ende Juni 2018

Giorgio Benedetti wurde 1949 in Piran/Istrien geboren. 1968 erwarb er das Diplom „Maestro d’Arte“ an der Kunsthochschule von Udine und ist seitdem als freischaffender Bildhauer tätig. Sein Wohnatelier befindet sich seit vielen Jahren in der Nähe von Cividale, in San Pietro al Natisone (Ud). Benedetti nahm erfolgreich an zahlreichen Symposien zum Thema Holzschnitzerei, Bildhauerei in Stein, Schnee und Eis, im In- und Ausland teil, seine Werke finden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Kunstsammlungen in Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Auf den österreichischen Bildhauer Johann Wieltsch, der 2017 als erster Gastkünstler im Holzfaltatelier arbeitete und ausstellte und mit diesem Gastatelier erste Erfahrungen sammeln konnte, die durchaus positiv waren, folgt nun der bekannte friulanische Holzbildhauer Giorgio Benedetti. Für sechs Wochen tauschte er sein italienisches Atelier mit dem Holzfaltatelier und freute sich sowohl über konzentrierte Arbeit als auch auf gute Begegnungen mit kunstinteressierten Menschen in Gmünd.





MICHAEL PUNZ
Bildhauer, Österreich | Artist in Residence von Anfang Juli bis Ende September 2018


Geboren 1990 in Kirchdorf an der Krems, absolvierte Michael Punz nach der Matura die Fachschule für Bildhauerei in Hallstatt und arbeitete dann bis 2016 als Steinrestaurator in der Denkmalpflege. Danach absolvierte er die Meisterschule für Bildhauerei in Hallstatt, die er 2017 mit der Meisterprüfung abschloss. Michael Punz nahm an zahlreichen Bildhauersymposien im In- und Ausland teil und freute sich, in der Künstlerstadt Gmünd erstmals ein eigenes Bildhaueratelier den Sommer über betreiben zu dürfen.
„Ich möchte mich in Form und Material nicht einschränken, weil ich es liebe zu lernen und mich zu entwickeln. Mein innerer Antrieb, das Leben in seiner Tiefe verstehen zu wollen, spornt mich an, sowohl dem Schönen als auch dem Abgründigen der menschlichen Existenz einen ästhetischen Ausdruck zu verleihen. Durch die ständige Auseinandersetzung mit dem Material während des Arbeitsprozesses wird für mich ein Thema klarer, bis eine meiner kleinen Erkenntnisse in Form einer Skulptur oder Plastik festgehalten bleibt.“





RÜCKBLICK 2017:



 


 

JOHANN JOWI WIELTSCH

Holzbildhauer, Österreich | Artist in Residence von Anfang Juni bis Ende September 2017

Der Künstler Johann Wieltsch aus Fürnitz ist seit 20 Jahren als Holzbildhauer tätig. Die ersten Arbeiten damals waren Heiligenfiguren, rustikale Holzdecken und Reliefs. Von der Formensprache her bewegte er sich anfangs also vorrangig auf gegenständlichem und volkstümlich vertrautem Terrain; eine ausgesprochen wichtige Phase, in der er sich die für weiterführende Entwicklungsstufen unumgängliche solide Handwerksbasis erarbeiten konnte. Neuen Raum für seine künstlerische Arbeit schuf er sich in seiner 2004 eröffneten Ateliergalerie im Heimatort Fürnitz. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Bildhauer Heinz Hengl, ließ Johann Wieltsch ebendort eine fruchtbare Symbiose zur seit 2007 geführten Galerie Woodstone heranwachsen. Logische Folge seines stetigen Dranges nach Auseinandersetzung mit Figur, Form und Material war das konstante Wachsen seines eigenen bildhauerischen Vokabulars, welches sich in kraftvollen Skulpturen und Plastiken eindrucksvoll manifestiert. Um seinen persönlichen und auch den unterschiedlichen Ansprüchen der jeweils speziellen Formgebung und angestrebten Gesamtwirkung seiner Objekte gerecht zu werden, erweiterte er die Palette der verwendeten Rohstoffe um Stein, Glas und Metall. Auf seine innere Spontaneität vertrauend geht der Bildhauer ohne Vorskizze in den Schaffensprozess eines Werkes hinein und lässt sich dabei in teilweise wochenlangen Be- und Überarbeitungsphasen von seiner Phantasie und seinen Gefühlen leiten. Neben einer bewussten Steuerung der theoretischen Überlegungen und technischen Verarbeitungsvorgänge gibt er auch dem Zufall genügend Raum; so verschmelzen schlussendlich die Resultate der einzelnen Arbeitsschritte zu einer, nicht selten auch überraschenden, neuen Harmonie. Teils archaisch unnahbar, teils anziehend graziös wirken seine Körper- und Naturfigurationen. Loslösend von der oberflächlich geschauten und rein abbildenden Form und Struktur arbeitet sich Johann Wieltsch frei und lässt sich, wohlwollend beeinflusst vom Eigenleben des jeweiligen Materials, auf spannende Reduktionen und Metamorphosen ein. So erleben wir seine Figuren eben auf das Wesentliche reduziert, aber trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, in einer lebendigen Seelenhaftigkeit, die den Drang in uns weckt, sie zu berühren und zu streicheln, sie kennen zu lernen und zu spüren. Die Kunstwerke von Johann Wieltsch sind Ausdruck der Gefühle des Künstlers, Ausdruck auch des Zeitgeistes, Spiegelbild der Gesellschaft, Brücke zwischen dem Rationalen und dem Irrationalen.

Die Eröffnung des Holzfaltateliers Gmünd fand am 7. Juli 2017 statt.

Fotos von der Eröffnung


 


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