MALTATOR PARTERRE | AiR



JOHANN WIELTSCH

Holzbildhauer, Österreich | Artist in Residence im Juni bis September 2018

 

In die kleinen, atmosphärisch dichten Räume des Ateliers im Maltator Parterre, quasi das Eingangstor in der Künstlerstadt, zieht heuer von Mitte Mai bis Ende September der Kärntner Bildhauer JOHANN WIELTSCH (A) ein. Teils archaisch unnahbar, teils anziehend graziös wirken seine Körper- und Naturfigurationen aus Holz. Losgelöst von der oberflächlich betrachteten und rein abbildenden Form und Struktur arbeitet sich Johann Wieltsch frei und lässt sich, beeinflusst vom Eigenleben des jeweiligen Materials, auf spannende Reduktionen und Metamorphosen ein. Mit seiner kommunikativen Art versteht es der Künstler, auch nicht kunstaffine Besucher der Künstlerstadt Gmünd für seine Arbeit und das Kulturangebot der Stadt zu begeistern.





.RÜCKBLICK 2017


JOHANN JOWI WIELTSCH

Holzbildhauer, Österreich | Artist in Residence von Anfang Juni bis Ende September 2017

 
Der Künstler Johann Wieltsch aus Fürnitz ist seit 20 Jahren als Holzbildhauer tätig. Die ersten Arbeiten damals waren Heiligenfiguren, rustikale Holzdecken und Reliefs. Von der Formensprache her bewegte er sich anfangs also vorrangig auf gegenständlichem und volkstümlich vertrautem Terrain; eine ausgesprochen wichtige Phase, in der er sich die für weiterführende Entwicklungsstufen unumgängliche solide Handwerksbasis erarbeiten konnte. Neuen Raum für seine künstlerische Arbeit schuf er sich in seiner 2004 eröffneten Ateliergalerie im Heimatort Fürnitz. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Bildhauer Heinz Hengl, ließ Johann Wieltsch ebendort eine fruchtbare Symbiose zur seit 2007 geführten Galerie Woodstone heranwachsen. Logische Folge seines stetigen Dranges nach Auseinandersetzung mit Figur, Form und Material war das konstante Wachsen seines eigenen bildhauerischen Vokabulars, welches sich in kraftvollen Skulpturen und Plastiken eindrucksvoll manifestiert. Um seinen persönlichen und auch den unterschiedlichen Ansprüchen der jeweils speziellen Formgebung und angestrebten Gesamtwirkung seiner Objekte gerecht zu werden, erweiterte er die Palette der verwendeten Rohstoffe um Stein, Glas und Metall. Auf seine innere Spontaneität vertrauend, geht der Bildhauer ohne Vorskizze in den Schaffensprozess eines Werkes hinein und lässt sich dabei in teilweise wochenlangen Be- und Überarbeitungsphasen von seiner Phantasie und seinen Gefühlen leiten. Neben einer bewussten Steuerung der theoretischen Überlegungen und technischen Verarbeitungsvorgänge gibt er auch dem Zufall genügend Raum; so verschmelzen schlussendlich die Resultate der einzelnen Arbeitsschritte zu einer, nicht selten auch überraschenden, neuen Harmonie. Teils archaisch unnahbar, teils anziehend graziös wirken seine Körper- und Naturfigurationen. Loslösend von der oberflächlich geschauten und rein abbildenden Form und Struktur arbeitet sich Johann Wieltsch frei und lässt sich, wohlwollend beeinflusst vom Eigenleben des jeweiligen Materials, auf spannende Reduktionen und Metamorphosen ein. So erleben wir seine Figuren eben auf das Wesentliche reduziert, aber trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, in einer lebendigen Seelenhaftigkeit, die den Drang in uns weckt, sie zu berühren und zu streicheln, sie kennen zu lernen und zu spüren. Die Kunstwerke von Johann Wieltsch sind Ausdruck der Gefühle des Künstlers, Ausdruck auch des Zeitgeistes, Spiegelbild der Gesellschaft, Brücke zwischen dem Rationalen und dem Irrationalen.

 

 

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